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Rassenbegriff und Rassismus

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Re: Rassenbegriff und Rassismus

Beitragvon Atheos2011 am Fr 10. Nov 2017, 06:02

manniro hat geschrieben:
Atheos2011 hat geschrieben:Rasse kann man da auch mit Kultur ersetzen,...


...

Im Gegensatz zu sonstigen weltanschaulichen, ideologischen, kulturellen oder auch religiösen Differenzen rekurriert die Ideologie des "Rassismus" auf etwas nahezu Unveränderliches, oder nur in evolutionären Zeiträumen Korrigierbares.


Dann müssten Rassisten etwas "Rassenschande" dann ja eher locker sehen, wenn sie es in "evolutionären Zeiträumen" betrachten. Das ist vielleicht der Grund, warum die Nazis blonde Slawen-Kinder in Polen geklaut haben und in den Volkskörper integeriert haben.

Abgesehen davon geht es beim Rassismus nicht um etwas Unveränderliches. Es geht da um eine Urrasse, welche gemäß obskurer Mythen mal in der Vergangenheit existiert haben soll, dann kommen Minderwertigkeitskomplexe in der Gegenwart hinzu, welche man dadurch eine Hühnerzüchterideologie kompensieren will und als Ideal für die Zukunft wird dann eine neue Rasse angestrebt.

Wenn so ein Rassist, der mit Biologie argumentiert, davon überzeugt wäre, dass er bereits Teil einer Herrenrasse ist, dann hätte er mit Rassenschande/Einkreuzungen in diese dann bestehende Herrenrasse ja kein Problem. Hat er er aber mit Einkreuzungen oder direkt mit der Biologie ein Problem, dann ist das ein ein Thema für die Psychologie.

manniro hat geschrieben:Der "imperialistische Sozialismus" sowjetischer Prägung war ebenso wie der "faschistische Sozialismus" Chinas - so die wechselseitigen Vorwürfe der ehemaligen kommunistischen Erzfeinde - innerhalb eines halben Jahrhunderts Geschichte, der Kommunismus insgesamt innerhalb eines ganzen.


Der Linksfaschismus (so die Bezeichnung der KPD für die Sozialdemokratie) befindet sich weltweit ja auch auf einem absteigenden Ast und dürfte sich noch bis Mitte dieses Jahrhunderts erledigt haben. Ich glaube aber, dass sich der "faschistische Sozialismus Chinas" noch sehr lange halten wird. Ob sich der Kapitalismus heutiger Prägung noch lange halten kann, ist mehr als fraglich. Zumal auch er nun darauf setzt, dass irgendwelche afrikanischen und südamerikanischen Staaten mittels Wirtschaftswachstum sein Überleben sichern.

manniro hat geschrieben:Den Unterschied zwischen einem "Weißen" und einem "Neger" zu nivellieren dürfte aus Sicht des Rassismus ein paar Jahrtausende erfordern. Vermutlich dürfte ein überzeugter Rassist selbst diese Möglichkeit bestreiten, mit so komplizierten Dingen wie "Evolution" tun sich "intelektuell anders Begabte" ja bekanntlich etwas schwer.


Wie bei jeder Ideologie beginnt deren Untergang damit, dass man auf Dogmen verzichtet. Wenn nun also schon ein KKK Grand Wizard seinen Anhängern vermittelt, dass diese ruhig die Erkenntnisse der Biologie anerkennen dürfen, dann wird sich die Ideologie des Rassismus nicht mehr lange halten können. Als Ersatz für den Rassismus gibt es dann eigentlich nur die Ideologie des Faschismus, welche sich im Kern vom Rassismus nur dadruch unterscheidet, dass "rassische Überlegenheit" mit dem sog. "Recht des Stärkeren" ersetzt wird.
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Re: Rassenbegriff und Rassismus

Beitragvon Nergal am Fr 24. Nov 2017, 02:20

Eine Frage dazu:
Wieso wird heute eigentlich der Rassismusbegriff derart inflationär verwendet.
Unterschiede zwischen menschlichen Populationen gibt es ja, der Mensch kann sich auch nicht davor schützen, zumindest konnte er das nicht in der fernen Vergangenheit, dass eine gewisse Selektion nach seiner Lebensumgebung stattfindet.
Also etwa das Laktoseunverträglichkeit nicht überall gleich hoch ist, oder die Resistenz gegenüber bestimmten Krankheiten, aber auch Risikobereitschaft, Ausdauer, Körpergröße und Intelligenz. Wobei man natürlich von der Gruppe nicht auf das Individuum schließen darf. Solche Feststellungen sind nicht rassistisch, Rassismus ist es wenn ich Jemanden ausschließlich wegen seiner Gruppenzugehörigkeit von etwas ausschließe, benachteilige oder bevorzuge.(Nicht aber wegen der nötigen Qualifikationen für eine bestimmte Tätigkeit)

In letzter Zeit habe ich dahingehend auch meine Meinung geändert, wobei ich früher meinte das ein Ansprechen solcher Dinge besser unterlassen werden sollte, besonders in Hinsicht auf, sagen wir mal so, kulturell bedingte Selektionsprozesse welche den Populationen die sie betreiben, erheblich schaden.
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Re: Rassenbegriff und Rassismus

Beitragvon manniro am Fr 24. Nov 2017, 13:07

Nergal hat geschrieben:Eine Frage dazu:
Wieso wird heute eigentlich der Rassismusbegriff derart inflationär verwendet.


Das wurde doch schon in etlichen Threads erläutert: Weil er von jenen, welche die sprachliche Definitionshoheit beanspruchen, in demagogischer Weise zur pauschalisierenden Diffamierung aller "Abweichler" instrumentalisiert wurde und wird.

Davon umfaßt sind sowohl Ewig-Gestrige, die sich aufgrund ihres "Blutes" immer noch irgendwie privilegiert fühlen, als auch solche, die einfach nur über Merkels leichtfertig ausgeplauderte Wahrheit: "Es gilt, die Demokratie wirtschaftskompatibel zu machen" gestolpert sind. Denn das dürfte zweifellos der wahre Hintergrund ihrer unkontrollierten und gesetzeswidrigen "Zuwanderungs"-Politik sein, nämlich das Verlangen der Wirtschaft nach billigen und leicht zu manipulierenden Arbeitskräften zu stillen. Dies aber öffentlich und auch allgemeinverständlich zu diskutieren, dürfte einen so gar nicht positiven Effekt auf das "Vertrauen in Politik" haben, also muß man die Kritiker irgendwie mundtot machen um diese Diskussion zu vermeiden.

Oder in ganz simpel: Es ist halt leichter, einen bereits vorhandenen und weitgehend geteilten Bannfluch auszudehnen, als sich mühsam mit den Realitäten auseinanderzusetzen. Wenn allgemeine Einigkeit darüber besteht, was ein "Ketzer" und was von ihm zu halten ist, genügt es, den entsprechenden Personenkreis zu markieren.

Wie unschwer zu erkennen ist, steckt dahinter übrigens das gleiche Prinzip wie hinter "Rassismus".

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Re: Rassenbegriff und Rassismus

Beitragvon AlterEgo am Do 11. Jan 2018, 15:36

Ich verstehe gar nicht, warum es um den Rasse-Begriff immer so viele Probleme gibt. In der Biologie wird Rasse meist als geographische Rasse verstanden, also zwei Populationen einer Art, die aufgrund geographischer Barrieren ihren Genpool nicht austauschen können. Dadurch kommt es zu unterschiedlichen morphologischen Entwicklungen. Man kann es auch Unterart nennen, ist das gleiche.

Der Begriff hat also schon seinen Sinn.

Was wir dann daraus machen, ist unsere Sache, dafür kann ja die Biologie nichts.
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