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Transsexualität

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Transsexualität

Beitragvon Nergal am Mo 30. Nov 2015, 01:00

Ist Transsexualität eine krankhafte, Leid verursachende Erscheinung, oder eine normale Spielart menschlicher Sexualität?
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Re: Transsexualität

Beitragvon lorenz am Mo 30. Nov 2015, 10:21

Leid verursachend auf jeden Fall. Ob "krankhaft", hängt davon ab, was man unter "krank" verstehen will.
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Re: Transsexualität

Beitragvon karhu am Mo 30. Nov 2015, 11:16

Nergal hat geschrieben:oder eine normale Spielart menschlicher Sexualität?


Soweit ich es verstanden habe, ist es aber keine Spielart von Sexualität, da es sich nicht in erster Linie um eine sexuelle Orientierung handelt, sondern um ein nicht mit dem eigenen Körper übereinstimmenden, aber so wahrgenommenen Geschlechtszugehörigkeit. Es bezieht sich also weniger auf sexuelle Bedürfnisse, sondern eher um die eigene, als falsch empfundene Gesamtwahrnehmung.

Ob es als Krankheit gesehen wird oder nicht, hängt vielleicht von der Definition des Begriffs "Krankheit" ab. Ich weiß auch nicht genau, warum es eigentlich wichtig sein könnte, hier die richtige Kategorie zu finden.
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Re: Transsexualität

Beitragvon Der böse Wolf am Mo 30. Nov 2015, 12:47

@ karhu
Sehe ich ganz genau so.
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Re: Transsexualität

Beitragvon lorenz am Mo 30. Nov 2015, 12:56

Ich frage mich, ob Transsexualität etwas in der Art wie Magersucht ist. Auch da gibt es ja ein sehr starkes Gefühl von "Mein Körper ist ganz falsch". Vielleicht ist das Thema Sexualität ja nur ein austauschbares Thema für einen grundlegenden Konflikt? Sind das womöglich Zwangsvorstellungen?
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Re: Transsexualität

Beitragvon karhu am Mo 30. Nov 2015, 14:20

lorenz hat geschrieben:Sind das womöglich Zwangsvorstellungen?


Ich bin kein Experte, habe aber mal gelesen, dass Transsexualität bei den meisten Betroffenen ein Thema zu sein scheint, das sie ihr ganzes Leben lang begleitet. Andere Zwangsvorstellungen wiederum scheinen sich erst im Lauf des Lebens zu entwickeln.
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Re: Transsexualität

Beitragvon Nergal am Mo 30. Nov 2015, 23:02

Ich weiß auch nicht genau, warum es eigentlich wichtig sein könnte, hier die richtige Kategorie zu finden.


Nun mich interessiert es ob so etwas gesellschaftlich akzeptiert werden sollte oder ob man hier den Leuten etwas krankhaftes als normal aufdrücken will, ob es richtig ist einen Transsexuellen zu therapieren wie zB diese Menschen die sich gesunde Körperteile amputieren lassen sollen, oder die jenigen die zwanghaft durch massive, wiederholte Schönheitsoperationen ein bestimmes, unerreichbares Schönheitsideal verfolgen usw.
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Re: Transsexualität

Beitragvon Der böse Wolf am Di 1. Dez 2015, 06:47

Nergal hat geschrieben:Nun mich interessiert es, ob so etwas gesellschaftlich akzeptiert werden sollte oder ob man hier den Leuten etwas krankhaftes als normal aufdrücken will, ob es richtig ist einen Transsexuellen zu therapieren


Angenommen, man käme zu der Erkenntnis, dass es krenkhaft ist und dass es mit Hilfe unserer äußerst begrenzten Kenntnisse und Möglichkeiten, gezielt korrigierend in die Psyche eines Menschen einzugreifen, nicht terapierbar ist, dann wird man die Krankheit so selbstverständlich gesellschaftlich akzeptieren müssen, wie Arthrose oder Grünen Star.

Das eigentliche Problem liegt für mich in der immer noch vorhandenen unterschwelligen Neigung "der Gesellschaft", aus dem Etikett "krankhaft" eine Wertminderung des betroffenen Menschen abzuleiten.
Dadurch werden Transsexuelle regelrecht genötigt, den gegebenenfalls krankhaften Charakter ihrer Abnormität zu bestreiten.

Erschwerend kommt natürlich hinzu, dass psychische Störungen von den Nichtbetroffenen häufig als albern oder belästigend empfunden werden, was bei einer Arthrose eher selten vorkommt. Insofern nutzt es den Betroffenen gar nichts, wenn sie auf dem Wege der Political Correctness ihren Anspruch auf das Etikett "nicht krank" durchsetzen, die Krankheit aber von den meisten erkannt wird.
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Re: Transsexualität

Beitragvon karhu am Di 1. Dez 2015, 09:13

Nergal hat geschrieben:Nun mich interessiert es ob so etwas gesellschaftlich akzeptiert werden sollte oder ob man hier den Leuten etwas krankhaftes als normal aufdrücken will,


Auch wenn es sich um eine Art Krankheit handeln sollte, kann man ja dennoch normal mit den Menschen umgehen, ohne sie auszugrenzen. Geht es nicht letztlich darum, auch denjenigen Menschen ihre Würde zu geben, die in irgendeiner Weise aus der Norm fallen?

Es gibt viele Normabweichungen (von Kleinwüchsigkeit bis Glatzköpfigkeit), die nicht behandelbar sind, und deren Merkmalsträger man trotzdem meiner Ansicht nach ganz normal wie jedermann kann und sollte. Da sagt auch keiner "Der ist krankhaft glatzköpfig, muss die Gesellschaft so jemanden akzeptieren?"
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Re: Transsexualität

Beitragvon lorenz am Di 1. Dez 2015, 12:33

karhu hat geschrieben:Geht es nicht letztlich darum, auch denjenigen Menschen ihre Würde zu geben, die in irgendeiner Weise aus der Norm fallen?

Nicht jedem geht es darum. Manchen geht es auch um möglichst große Homogenität des "Volkes". Das "Abartige" auszugrenzen ist eine klassische Verhaltensweise (Element von Gruppendynamik) nicht mal nur unter Menschen, und dient der Machtausübung. Und diese Ausgrenzung fängt gerne mal bei den Begriffen an, indem man dem Besonderen eine besondere Bezeichnung verpasst: Abartiger, Kranker, Zigeuner, Jude, Neger, Asylant, Schwuler, Hilfsschüler, Krüppel, Flüchtling (in den 50er Jahren und vielleicht bald wieder), usw...
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Re: Transsexualität

Beitragvon karhu am Di 1. Dez 2015, 12:48

lorenz hat geschrieben:Und diese Ausgrenzung fängt gerne mal bei den Begriffen an, indem man dem Besonderen eine besondere Bezeichnung verpasst: Abartiger, Kranker, Zigeuner, Jude, Neger, Asylant, Schwuler, Hilfsschüler, Krüppel, Flüchtling (in den 50er Jahren und vielleicht bald wieder), usw...


Und man kann die Ausgrenzung beliebig erweitern. Auch im eigenen "Volk" lassen sich somit noch genügend "unerwünschte Personen" ausfindig machen, die man ausgrenzen kann, wenn man will. Ob es Homosexuelle sind, Kranke, Arbeitslose oder Behinderte (die letzteren drei Kategorien können im Prinzip jeden treffen), da findet sich immer was, auch wenn die Bevölkerung schon sehr homogen ist.

In Diktaturen scheint es mir auch typisch zu sein, dass das Diskriminierungs- und Ausgrenzungsverhalten sich oft nach und nach zuspitzt. Im weiteren Verlauf einer Diktatur erwischt es auch viele, die sich am Anfang zur Gruppe zugehörig gefühlt hatten, aber je enger der Kreis der Zugehörigkeit gezogen wird, umso mehr Leute fallen durchs Raster und geraten auch in die Ausgrenzung.
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Re: Transsexualität

Beitragvon Der böse Wolf am Di 1. Dez 2015, 13:59

:wink: :wink: :wink:
Ja, da ist es manchmal ganz gut, wenn man ein Schlupfloch findet.
Ich bin z. B. vor 13 Jahren aus beruflichen Gründen von Baden nach Württemberg ausgewandert. Ein Wirtschaftsflüchtling, sozusagen. Gegenüber schwäbischen Fundamentalisten kann ich aber als gebürtiger Altenburger immer behaupten, Thüringer zu sein. Das ist viel weniger schlimm, als Badener.
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Re: Transsexualität

Beitragvon karhu am Di 1. Dez 2015, 14:07

Der böse Wolf hat geschrieben:Gegenüber schwäbischen Fundamentalisten kann ich aber als gebürtiger Altenburger immer behaupten, Thüringer zu sein. Das ist viel weniger schlimm, als Badener.


Das kann ich mir vorstellen. Umgekehrt kann man auch als Württemberger in Karlsruhe wohl nicht immer mit freundlicher Herzlichkeit rechnen, oder? :lol:

So ist es fast überall: je genauer man hinschaut, umso mehr regionale und kleinteilige Abgrenzungsbestrebungen findet man: Badener gegen Württemberger, Ober- gegen Niederbayern gegen Franken, Wiener gegen Tiroler, Züricher gegen Berner, und so weiter...

Somit ist der Traum von einer perfekt homogenen Gesellschaft meiner Ansicht nach sowieso nie zu verwirklichen, weil es immer Leute geben wird, die "einem nicht passen".
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Re: Transsexualität

Beitragvon Nergal am Di 1. Dez 2015, 21:54

Nun es war nicht so gemeint wie das hier einige verstanden haben.

Ich denke hierbei an das Ausstrahlen des krankhaften in die Gesellschaft und eine Forderung zur Akzeptanz, zum Teil, destruktiver und narzisstischer Idee.

Ich meine damit nicht die Forderung eines/einer Transsexuellen mit anderen, existierenden, Pronomen angesprochen zu werden, sondern mit Erfundenen wie es im Englischen bereits betrieben wird. Also Unsinniges wie ze, hir,xem und Andere mehr. Dann auch noch die Verwendung von Begriffen wie Transphobie wenn heterosexuelle Männer "Frauen" mit Penisen als nicht akzeptable Partner für den GV ansehen und vieles Mehr wie es in den USA gerade passiert.
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Re: Transsexualität

Beitragvon Atheos2011 am Di 1. Dez 2015, 23:03

Nergal hat geschrieben:Ist Transsexualität eine krankhafte, Leid verursachende Erscheinung, oder eine normale Spielart menschlicher Sexualität?


Wenn es ein Krankheit ist, dann ist es so sehr eine Krankheit wie z.B. blaue Augen ein ca. 250.000 Jahre alter Gendefekt sind.
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