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Transsexualität

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Re: Transsexualität

Beitragvon Atheos2011 am Di 1. Dez 2015, 23:06

Atheos2011 hat geschrieben:
Nergal hat geschrieben:Ist Transsexualität eine krankhafte, Leid verursachende Erscheinung, oder eine normale Spielart menschlicher Sexualität?


Wenn es ein Krankheit ist, dann ist es so sehr eine Krankheit wie z.B. blaue Augen ein ca. 250.000 Jahre alter Gendefekt sind.


Nergal hat geschrieben:Dann auch noch die Verwendung von Begriffen wie Transphobie wenn heterosexuelle Männer "Frauen" mit Penisen als nicht akzeptable Partner für den GV ansehen und vieles Mehr wie es in den USA gerade passiert.


Hast du mehr Angst vor dem Transphobie-Vorwurf oder vor diesen Penisen?
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Re: Transsexualität

Beitragvon Nergal am Mi 2. Dez 2015, 03:57

Nun mir ist wurscht was Jemand in der Hose hat, oder wie sich jemand kleidet, ich will nur nicht dass versucht wird die eigene "Religion" (--> "Ich bin großartig, ich will meine Andersartigkeit gefeiert sehen, und eigene Pronomen, dazu sollen alle die Fresse halten die anders denken.") Anderen aufzuzwingen.

Besonders in solchen Bereichen fällt mir das neuderdings auf, und es ist nicht ein Versuch etwas zu ändern (Operation!?) das man selbst als Problem ansieht sondern der Versuch der Gesellschaft die eigenen Krisen zur Bearbeitung zu übergeben, sich mit dem Problem zu identifizieren, es zu verherrlichen, und dann bei etwaigen, oft selbst herbeigeführten, Irritationen in die Opferrolle zu verfallen.

Ähnliches sehen wir bei den Amis ja bereits beim Fat accceptance movement usw., dh wenn Jemand anführt dass es eben nicht gut ist sich fett zu fressen, und das Männer fette Frauen nicht attraktive finden, gibt es gleich Reaktionen als ob Jemand ein KZ für Dicke aufgemacht hätte.
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Re: Transsexualität

Beitragvon Der böse Wolf am Mi 2. Dez 2015, 07:23

Ich denke, die Realität ist völlig anders, als die Betroffenen sich das wünschen und das wird auch auf absehbare Zeit so bleiben. Ein Arbeitskollege meiner Frau hat sich vor gut einem halben Jahr als transsexuell geoutet und eine Geschlechtsumwandlung durchführen lassen (Inklusive Namensänderung; jetzt weiblich).
Offiziell wird so getan, als sei das alles völlig normal, aber jeder, der irgendwas mit ihm/ihr zu tun hat, hat ständig diese Sache im Kopf. Das Berufliche und das andere Private werden permanent davon überschattet.

Nergal hat geschrieben:ich will nur nicht, dass versucht wird die eigene "Religion" (--> "Ich bin großartig, ich will meine Andersartigkeit gefeiert sehen, und eigene Pronomen, dazu sollen alle die Fresse halten die anders denken.") Anderen aufzuzwingen.


Das würde ich den meisten Betroffenen gar nicht unterstellen. Aber die Ausstrahlung in die Gesellschaft, wie Du es nennst, findet allein dadurch statt, dass man die Betroffenen nicht mehr diskriminiert, nicht isoliert, nicht aus dem Blickfeld nimmt. Die bloße Sichtbarkeit ihrer Existenz wird von vielen Nichtbetroffenen unterschwellig als störend oder nervig empfunden.
Da halte ich es für ganz selbstverständlichg, dass die eher Extrovertierten unter ihnen vorzugsweise offensive Strategien zur Erhaltung ihres Seelenheils verfolgen.

Nergal hat geschrieben:Besonders in solchen Bereichen fällt mir das neuderdings auf, und es ist nicht ein Versuch etwas zu ändern (Operation!?) das man selbst als Problem ansieht sondern der Versuch der Gesellschaft die eigenen Krisen zur Bearbeitung zu übergeben, sich mit dem Problem zu identifizieren, es zu verherrlichen, und dann bei etwaigen, oft selbst herbeigeführten, Irritationen in die Opferrolle zu verfallen.

Ich denke, es ist weniger der Versuch, die eigene Situation zu verherrlichen, sondern die verständliche Sehnsucht danach, dass die Umgebung die Situation nicht als ständig dominant wahrnimmt.
Es ist der Versuch einer Desensibilisierung. Erst wenn der Kontakt zu Transsexuellen, Homosexuellen, oder sonstwie Andersartigen für die Mehrheit zur unvermeidlichen Normalität wird, verliert die Andersartigkeit ihr Störpotential.
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Re: Transsexualität

Beitragvon lorenz am Mi 2. Dez 2015, 15:32

Nergal hat geschrieben:Ähnliches sehen wir bei den Amis ja bereits beim Fat accceptance movement usw., dh wenn Jemand anführt dass es eben nicht gut ist sich fett zu fressen, und das Männer fette Frauen nicht attraktive finden, gibt es gleich Reaktionen als ob Jemand ein KZ für Dicke aufgemacht hätte.

Sowas sollte man nicht überbewerten. Das liegt an der total überzüchteten, überreizten Medienwelt, in der dauernd versucht wird, eine neue Sau durchs Dorf zu treiben. Das sind alles keine echten "Bewegungen" sondern das Geschwätz von Gerüchteköchen, die von ihren wunderbaren (überwürzten) Suppen zu leben gedenken, aber einen Mangel an echten Rezepten haben!

Dazu muss man sich einfach irgend eine hinlänglich bekannte Bewegung/Mode suchen, die ins Gegenteil verkehren und im Depperlesfernsehen landesweit groß rauskommen lassen. Dasselbe Prinzip wie bei der Kleidermode: Das alte wird unverkäuflich weil langweilig, dann kreiert man eben auf irgend einer Ebene das stumpfe Gegenteil davon, und schon muss man sich nichts Besseres mehr einfallen lassen...

Zu der oben genannten "fat acceptance" gibt es ja längst wieder die Gegenbewegung. Es ist längst wieder "erlaubt", sich über Fette und über das Akzeptieren von Fetten lustig zu machen. Mir fällt dazu spontan South Park ein, wo etwa der kleine Giftzwerg zusammen mit anderen Fettär§§§en auf Behinderten-Scootern herumfährt und dieselben lächerlich macht. Ich glaube, es war das:=> https://en.wikipedia.org/wiki/Raising_t ... th_Park%29 Da geht es vielleicht gegen "übertriebenes" (was ist das?) Akzeptieren von Randgruppen wie Behinderten (nicht nur Fetten).

In so einer hochgekitzelten Mediengesellschaft gibt es Bewegungen, Gegenbewegungen, Gegenbewegungen gegen Gegenbewegungen, usw., und alles so rasch hintereinander, dass es das alles quasi gleichzeitig gibt. Es läuft auf ein paralleles Existieren von allem möglichen heraus. Da hilft nur noch Toleranz und ein gewisses Maß von verachtender Gleichgültigkeit... :wink:
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Re: Transsexualität

Beitragvon sagittarius_75 am Do 3. Dez 2015, 19:03

Nergal hat geschrieben:Ist Transsexualität eine krankhafte, Leid verursachende Erscheinung, oder eine normale Spielart menschlicher Sexualität?

Mal so in den Raum reingefragt...

Die Antwort haben Sie im Grunde schon nach den Komma mitgeliefert.

Dies bedeutet, es ist nicht krankhaft und keine Krankheit. Wer kann schon mit Sicherheit sagen, was sich in den Köpfen anderer Leute abspielt, ist es für gewisse Personen dann nicht viel eher Freude ?

Sind nicht eher die oft tief-liegenden Vorurteile gegenüber des Anderssein "krank" ?

Oder sind nicht eher diese Personen viel mehr im Reinen mit sich selbst ?

Sind diese Fragestellungen dazu nicht viel interessanter/aufregender ? Das diese (Spiel-)Formen der Sexualität auch Teil der Menschlichen Evolution sind ? Und ferner der Drang, sich sexuell in eine Richtung zu entwickeln viel stärker ist, als das Geschlecht selbst. Wie kürzlich bei Spon gelesen: Frauenhirn ? Männerhirn ? -> Menschenhirn.
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Re: Transsexualität

Beitragvon ComeOnM am Do 3. Dez 2015, 20:18

Hm .. warum sollte das eine Krankheit sein?! Sexuelle Neigungen bzw. ... es ist ja nichtmal in dem Sinne als sexuelle Neigung zu sehen, sondern eher als eine andere Art sich auszuleben und zu zeigen ... Also schlimm finde ich es nicht, soll jeder machen, wie er/sie mag ;)
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Re: Transsexualität

Beitragvon karhu am Fr 4. Dez 2015, 08:13

Nergal hat geschrieben:es zu verherrlichen,


Mir wiederum fällt auf, dass viele Menschen jegliche Art der versuchten Emanzipation gleich als Bedrohung ihrer Lebenswelt sehen. Da kämpft also jemand um Akzeptanz - gleich gilt es als Verherrlichung.

Warum könnt Ihr, warum kannst speziell auch du, das nicht einfach entspannt sehen? Es gibt Menschen, die ein anderes Leben leben wollen oder müssen als du, und sie wollen genauso leben (ohne sich verstecken zu müssen) wie du. Wenn du ihren Lebensstil nicht magst, musst du nicht dran teilhaben, aber es wird doch wohl Platz für uns alle sein in diesem Land.
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Re: Transsexualität

Beitragvon Weltseele am Fr 4. Dez 2015, 09:33

Nergal hat geschrieben:Ist Transsexualität eine krankhafte, Leid verursachende Erscheinung, oder eine normale Spielart menschlicher Sexualität?
Warum immer nur im Extrem denken? Krankhaftes Leid vs. total normale Normalität. Vielleicht ja irg.was dazwischen, wie das Wort schon suggeriert. Trans im Übergang. Trance ... (wie normal ist das Normale?)

Vielleicht ist Transsexualität ja zuallererst die Ablehnung einer auf den eigenen Körper fixierbaren Geschlechterrolle. Nach der Ablehnung kommt die Entscheidung für das eben Andere. Das Eine (was man hat) u. das Andere (was man nicht hat) konstruiert sich vor mir wie ein "Grund legender" Dualismus, worüber alle Wahrnehmung zum was man letztlich ist laufe. Kinder mit 3, 4 oder 5 Jahren wissen schon, welchem Geschlechtlichen Sein vermittelt aus der Umwelt über Handlungen sie sich zugehöriger fühlen (wollen).
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Re: Transsexualität

Beitragvon Nergal am Fr 4. Dez 2015, 20:22

@saggitarius, karhu

Wie gesagt kein Problem damit wenn sich Jemand die Lunte kürzt und n Täschchen draus näht, was aber wie gesagt das problem ist, ist dass eine normalisierung des ganzen betrieben wird ohne wirklich eine Diskussion darüber zu zulassen, und das Ganze eher einer narzisstischen Show mit viel Drama gleicht, wobei die Ursache für Leid dann allen Anderen zugeschoben wird, dh frage ich mich ob nicht wirklich ein Krankheitswert vorliegt der nicht durch eine Operation beseitigt werden kann.

Homosexualität ist ja zB etwas wo das Leiden nur ganz einfach dadurch behoben werden kann/konnte indem man diese aus dem Bereich des Kriminellen zieht, und siehe da bis auf das comming out im Familienkreis ist es kein Drama mehr, obwohl die gelegentlichen CSDs mir doch nach einer Art Nabelschau in der Öffentlichkeit aussehen.
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Re: Transsexualität

Beitragvon Weltseele am Fr 4. Dez 2015, 20:29

Nergal hat geschrieben:... die Verwendung von Begriffen wie Transphobie wenn heterosexuelle Männer "Frauen" mit Penisen als nicht akzeptable Partner für den GV ansehen und vieles Mehr wie es in den USA gerade passiert.
Gibt auch die Beschwerde von Transfrauen, dass normale homosexuelle Frauen sie als Transfrauen (mit oder ohne Penis) nicht als Geschlechtspartnerin akzeptieren wollen.

Sind Transfrauen oft sehr dominant auftretend? Wer soetwas durchzieht, muss psychische Stärke über Normal besitzen, vor allem wenn er "sozial statusmässig absteigt".

Das volle psychische Durcheinander: http://www.med1.de/Forum/Homo.Hetero.Bi/610009/
Viele Lesben haben ein sehr schlechtes Verhältnis zu Transfrauen. Ich[Er=>Sie] würde sogar von direkter Ablehnung sprechen. Während generell eher Sympathien für Transmänner bestehen, und gerade das ergibt keinen Sinn. ... "
Was mich nicht so wundert, denn ich glaube/vermute, charakterlich sind die Transfrauen oft männlicher als ihre Natur-"Kolleginnen" genannt "Bio"-Frauen, dominanter und womöglich weniger anpassungsfähig. Sie werden bestimmt als Konkurrentinnen wahrgenommen, direkt kommend aus dem Feindeslager. Transmänner dagegen werden vielleicht bewundert für ihren Mut, solange sie nicht chauvinistisch auftreten und Frauen deutlich mehr als potentielle Partnerinnen mögen als Männer.
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Re: Transsexualität

Beitragvon Nergal am Fr 4. Dez 2015, 20:43

Zum Zitat von Weltseele:
Das ergibt sogar sehr viel Sinn, denn ein Transmann will von einer Lesbe ja nichts, eine Transfrau kann schon mal eine unangenehme Frage stellen, und eine Lesbe muß dann wohl antworten dass Sie eher auf echte Frauen steht.
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Re: Transsexualität

Beitragvon sagittarius_75 am Fr 4. Dez 2015, 21:52

Wer den Begriff "Emanzipation" geschlechtsneutral anerkennt, würde solche Debatten über Sexualität, TRANSSEXUALITÄT, HOMOSEXUALITÄT, GENDERISMUS, NIE FÜHREN. Ende der Diskussion.
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Re: Transsexualität

Beitragvon Weltseele am Fr 4. Dez 2015, 22:07

Nergal hat geschrieben: ein Transmann will von einer Lesbe ja nichts, eine Transfrau kann schon mal eine unangenehme Frage stellen, und eine Lesbe muß dann wohl antworten ...
Und wieso will eine Transfrau was von einer Lesbe?
weil die aggressive eindringende Männlichkeit noch vorhanden und keine Rücksicht nimmt?

Transfrau und Transmann - das wär doch was.
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Re: Transsexualität

Beitragvon sagittarius_75 am Fr 4. Dez 2015, 22:10

@Weltseele:

Witzige Antwort.

Aber überfordern Sie den Nergal damit nicht ... :?:
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Re: Transsexualität

Beitragvon Nergal am Sa 5. Dez 2015, 04:20

@Weltseele.

Nein, eine Transfrau will etwas von einer Lesebe weil
Gibt auch die Beschwerde von Transfrauen, dass normale homosexuelle Frauen sie als Transfrauen (mit oder ohne Penis) nicht als Geschlechtspartnerin akzeptieren wollen.

Daher scheint es bei einigen Transfrauen wohl einen Wunsch nach lesbischem GV zu geben den Leseben nicht akzeptieren, das zumindest lese ich aus Ihrem Posting.
Wieso aber ein Mann eine lesbische Frau sein möchte ist ein wenig erklärungsbedürftig.
Dazu gibt es aber einige Videos online:
https://www.youtube.com/watch?v=ti7k_xOomXE

Wer den Begriff "Emanzipation" geschlechtsneutral anerkennt, würde solche Debatten über Sexualität, TRANSSEXUALITÄT, HOMOSEXUALITÄT, GENDERISMUS, NIE FÜHREN. Ende der Diskussion.


Nein, sondern wer keine anderen Meinungen hören will führt keine Diskussionen, egal welchen Standpunkt man hat, hoffentlich überfordert Sie das nicht.
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