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Rudolf Steiner und die seelenpflegebedürfigen Kinder

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Re: Rudolf Steiner und die seelenpflegebedürfigen Kinder

Beitragvon manniro am Fr 29. Aug 2014, 12:07

Nasobēm hat geschrieben:Jedes Gefühl, jeder Gedanke, jede Erinnerung und jede Absicht - lässt sich auf feinorchestrierte elektrische und biochemische Impulse des Gehirns zurückführen.

Wenn wir etwas Schönes sehen, das kann ein Kunstwerk, die Natur oder das Gesicht eines Menschen sein, werden im Gehirn Belohnungs-Rückkopplungsschleifen aktiv. Dabei docken körpereigene Opioide an entsprechenden Rezeptoren an und lösen ein Wohlgefühl im Körper aus.


Ja, so ist das, wenn wir "etwas Schönes" sehen. Wie aber kommt es, daß wir etwas Schönes sehen? Was ist überhaupt "etwas Schönes"? Nach Deiner Darstellung offenbar bestimmte elektrische Spannungszustände.

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Am Anfang war das Wort - am Ende die Phrase.(Lec).
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Re: Rudolf Steiner und die seelenpflegebedürfigen Kinder

Beitragvon Nasobēm am Fr 29. Aug 2014, 13:06

Mit der biologischen Seite der Frage 'Warum empfinden wir etwas als schön' beschäftigt sich die Neuro-Ästhetik und die Evolutionäre Ästhetik
Ein Kriterium für 'Schönheit' ist z.B. Symmetrie.
Die Theorie ist, dass auch ästhetisches Empfinden eine Ergebnis der Evolution ist (als Biologe kann ich nur sagen: was sollte es sonst sein :) ). Dabei wird davon ausgegangen, dass sich bestimmte Schlüsselreize etabliert haben die sich im Lauf der Entwicklung positiv auf die Fortpflanzung auswirkten.
Das betrifft z.B. die Partnerwahl aber auch die Empfindungen die sich beim Anschauen von Landschaften einstellen. So werden z.B. Flusslandschaften und halboffene Parklandschaften von den meisten Menschen als angenehm empfunden. In einer solchen Landschaft gibt es Wasser, durch den abwechselnden Bewuchs unterschiedlichstes Wild, Holz, Schutz, viele unterschiedliche Nahrungs- und Heil-Pflanzen.

Zur Sexuelle Selektion gibt es inzwischen viele Versuche, dass Symmetrie ein wichtiger Faktor ist ob wir etwas als 'schön' oder 'hässlich' empfinden. Wobei dabei sicher sehr vieles unbewusst abläuft. So sind zwar bei Frauen z.Z. eher schmale Hüften Mode, Männer springen aber unbewusst auf breitere Hüften sexuell eher an, besonders wenn sie auf der Suche nach einer Partnerin sind mit der sie Kinder haben wollen. Außerdem wird Jugend und alles was damit zusammenhängt als schön empfunden - ein Zeichen für Gesundheit sind glatte Haut, glänzende Haare, gute Zähne, usw., ausgezeichnete Voraussetzungen für gesunde Junge.

Und zu den genetischen Anlagen kommt die kulturelle Ausformung in der entsprechenden Gesellschaft. Wir 'lernen' also was schön ist weil wir es lernen können.

Auch zu solchen Moden
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gibt es eine Theorie - das Handicap-Prinzip. Davon abgesehen, dass sich so was aus einem Wettbewerbgedanken heraus entwickeln kann wird mit einem Handicap also einem Nachteil auch Stärke demonstriert: "Schau ich bin gesund und fit, trotz meiner Tellerlippe." Außerdem kann so was auch zum Image beitragen, entweder des Trägers des Handycaps oder des Partners.
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Re: Rudolf Steiner und die seelenpflegebedürfigen Kinder

Beitragvon Hamburger02 am Fr 29. Aug 2014, 14:22

Nasobēm hat geschrieben:Die Theorie ist, dass auch ästhetisches Empfinden eine Ergebnis der Evolution ist (als Biologe kann ich nur sagen: was sollte es sonst sein :) ). Dabei wird davon ausgegangen, dass sich bestimmte Schlüsselreize etabliert haben die sich im Lauf der Entwicklung positiv auf die Fortpflanzung auswirkten.

Ein Gedanke in diese Richtung ist mir auch schon gekommen. Und das kam so. Bin mit einem akademischen Kunstmaler befreundet und da ich selber Hobbymaler bin, bat ich ihn, mir mal ein bischen was über Farbtheorie und Kompositionslehre zu erzählen, weil er auf diesen Gebieten ein Meister ist.
Darauf erhielt ich folgende Antwort: "Könnte dir einen stundenlangen Vortrag halten über Kontraste, warme und kalte Farben, Grauwerte der Farben und die Regeln, nach denen die alten Meister gearbeitet haben. Du kannst aber viel einfacher zum selben Ergebnis kommen. Besorge die ein buntes Bilderbuch über Vögel, Schmetterlinge, Blumen oder Fische und such dir dort die Farbkombinationen aus. Alles, was in der Natur zu sehen ist, empfindet der Betrachter auf der Leinwand als harmonisch und schön. Wende das aber nicht zu 100% an, weil sonst wird das Bild zwar schön, aber langweilig. Halte dich zu 95% dran und bei einigen Kleinigkeiten verstoße etwas gegen die Regeln, dann hast du ein schönes Bild und eines, das auch eine gewisse Spannung aussstrahlt."
Eine ähnliche Auskunft gab er mir betreffs Proportionen, bei denen er den goldenen Schnitt empfahl, weil auch dieser in der Natur allgegenwärtig sei.

Das spricht m.E. eindeutig für eine evolutionäre Entwicklung des ästhetischen Empfindens. Was das mit Fortpflanzung zu tun haben soll, kann ich allerdings an diesem Beispiel nicht erkennen.
Nichts im Universum macht Sinn außer im Licht der Entropie.
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Re: Rudolf Steiner und die seelenpflegebedürfigen Kinder

Beitragvon Nasobēm am Fr 29. Aug 2014, 15:25

Hamburger02 hat geschrieben:... Was das mit Fortpflanzung zu tun haben soll, kann ich allerdings an diesem Beispiel nicht erkennen.

Gut proportioniert an einem potentiellen Partner erkennen zu können setzt ja voraus, überhaupt ein Gefühl für gute Proportionen zu haben. Frauen achten auf andere Proportionen als Männer. Zeigt ein Mann oder eine Frau beim anschauen eher die, als positiv empfundenen Attribute bekommt sie/er leichter einen Partner und pflanzt sich häufiger fort. Da z.B. ein breiteres Becken tatsächlich Vorteile bei der Geburt hat, ebenso wie gut Zähne einen Vorteil haben die Nahrung aufzuschließen oder glatte Haut einen Hinweis auf 'gesund' gibt stimmen also die Empfindungen die uns solche Partner bevorzugen lassen. Männer mit schmalen Hüften und breiten Schultern sind wahrscheinlicher bessere Läufer und somit haben sie wahrscheinlicher einen Vorteil bei der Jagd.

Die Ästhetik die sich so mit der Zeit herausgebildet hat wird ja bei anderen Themen nicht ausgeschaltet.
Außerdem gibt es auch Überlegungen warum Kunst und Musik so ein fester Bestandteil von den meisten Kulturen ist.
Sich selbst schmücken, durch bemalen oder 'fremde Federn', aber auch Kunst produzieren usw. wird oft von den Gläubigen beansprucht - Göttern dienen usw. Gut möglich, dass das auch ein Aspekt war nachdem man sich Götter ausgedacht hatte. Aber den Sexualpartner beeindrucken lag erst mal viel näher. Im Tierreich gibt's fast nichts anderes.
Wodaabe tribe Männer sind besonders schön :mrgreen:
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Re: Rudolf Steiner und die seelenpflegebedürfigen Kinder

Beitragvon Ex-Zwerg am Fr 29. Aug 2014, 22:36

Moin Leute, nach über vier Jahren ist mein vorläufiges Fazit über das konfrontative Therapiekonzept der Fachklinik Siebenzwerge in Salem-Oberstenweiler am Bodensee fertiggestellt: Verstörend, befremdlich und unmenschlich. Man kann offensichtlich auch ohne Drogen hängenbleiben. Das sind übrigens nicht irgendwelche Anthroposophen - da gibt es direkte Beziehungen zum Goetheanum in Dornach, zur Ita-Wegmann Klinik in Arlesheim, zu Weleda und zu den einflussreichen Familien Voith und Schily... ;-)

Fachklinik Siebenzwerge Erfahrungsbericht - Fazit August 2014

Aktion für mehr Information und Menschlichkeit

Die Siebenzwerge übernehmen bis zu 100 Prozent der regulär entlassenen Patienten nach der Therapie in die eigene Nachsorge. Sie erreichen nach eigenen Aussagen eine einzigartige Erfolgsquote von 66,6 Prozent Abstinenz bei Drogenabhängigen nach fünf Jahren. Basis sind Desinformation und die gezielte Aussortierung kranker Menschen.

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Bild: Polizei durchsucht Fachklinik Siebenzwerge

Bereits vor über zehn Jahren bestand der Verdacht, Mitarbeiter der Einrichtung hätten Patienten genötigt. Es gibt Hinweise, dass diese Vorwürfe nicht haltlos sind, wie der leitende Arzt Jeroen van Houten damals schnell behauptete. Ich habe mit unzähligen ehemaligen Patienten und Mitarbeitern gesprochen und das Internet ausgewertet.

Synanon, Daytop und die Heilstätte Sieben Zwerge

Das Buch Drogentherpie (Hilarion Petzold) beschreibt die Anfänge von Daytop, Synanon und der Heilstätte Sieben Zwerge Anfang der Siebziger Jahre. Auch den Mitgliedern von Synanon erschliesst sich die Weltsicht der Anthroposophie. Auch hier sind die extremen Methoden bekannt und die Synanon Foundation wandelte sich in eine Sekte.

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Bild: Synanon, Daytop und die Heilstätte Sieben Zwerge

Die Fachklinik Siebenzwerge ist - wie Synanon - ehr eine Lebensgemeinschaft, als eine klassische Therapie. Indizien dafür sind die ungewöhnlich lange Therapiedauer von zwei Jahren und die hohe Weiterverwertung der Patienten in der eigenen Nachsorge. Bereits vor Jahren war Desinformation über die lange Therapiedauer bemängelt worden.

Keine Information vor der Entwöhnungsbehandlung

In der Broschüre zur Entwöhnungsbehandlung der Rentenversicherung heisst es, es sei sehr wichtig, das soziale Umfeld des Rehabilitanden (wie Angehörige) von Anfang an in die Behandlung einzubeziehen. Nur so könne die weitere Behandlung und Nachsorge nach der Rehabilitation vorbereitet und soziale Hilfen eingeleitet werden.

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Bild: Angehörige von Anfang an einbeziehen

Die Fachklinik Siebenzwerge praktiziert das Gegenteil, da gar nicht vorgesehen ist, dass Patienten nur ihre Therapie machen und dann in eine andere Nachsorge wechseln. Das wird den Patienten jedoch vorher nicht klar kommuniziert und so werden die Patienten aussortiert, die den hohen Ansprüchen an die Weiterverwertung nicht entsprechen.

Die Angehörigen werden bewusst ausgeschlossen

Obwohl die Rentenversicherung die Einbindung des sozialen Umfelds des Rehabilitanden (wie Angehörige) für sehr wichtig hält, macht die Fachklinik Siebenzwerge - mit Wissen der Rentenversicherung - exakt das Gegenteil. Dass Eltern die Polizei verständigen, um ihre Kinder zu fragen, ob sie noch feiwillig dort seien, ist dokumentiert.

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Bild: Eltern haben Angst um ihre Kinder

Auch hierzu liegen seit Jahren wiederholt Berichte und Anfragen vor. Die Siebenzwerge haben offensichtlich überhaupt gute Arbeit geleistet. Das konfrontative Konzept ist im Internet gut bekannt! Die Zwerge seien ehr die Taliban der Drogentherapien und es ist von Körperverletzung, Mobbing, Beeinflussung und Menschen brechen die Rede...

Erfarhungsbericht auf meiner Website weiterlesen >>>

E-Mail: betz@betz-berlin.de

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Denn Sucht kommt nicht von Drogen, sondern von betäubten Träumen, verdrängten Sehnsüchten, verschluckten Tränen, erfrorenen Gefühlen. www.siebenzwerge-report.info
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